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Die Meister von Roots and Culture, in der Reggae University

ru-congos

Am 5. Tag der Reggae University des Rototom sind die Grossen und Ruhmreichen des Reggae - The Congos und The Wailing Souls - auf der Bühne aufgetreten, nach der gestrigen Session von Raging Fyah. Wir wurden Zeugen davon, wie wichtig das Thema "jamaikanische Affinität zwischen Musik und Kultur" ist.

Wiederum war ein grosses Publikum bei der Session anwesend, zusammen mit der Regisseurin Mónica Haim und den Musiker von The Congos (Cedric Myton, Congo Ashanti Roy Roydell Johnson, Kenroy Ffyffe und Watty

Burnett) sowie den Wailing Souls (Winston 'Pipe' Matthews und Lloyd 'Bread' McDonald) und den häufig hier Anzutreffenden David Katz, Ellen Koehlings, Pete Lilly und Pier Tosi.

Bevor die Gäste eintrafen, wurde eine offizielle Filmaufnahme des Besuchs von Haile Selassie in Jamaika im Jahre 1966 gezeigt.

Kurioserweise - so erzählte uns Bruder Jared in seiner Einleitung - war Selassie der erste Staatsführer, der Jamaika nach der Unabhängigkeit besuchte. In den Kreisen der Rastafari wird Selassie weitgehend als "Schwarzer Christus" verehrt, und der Film zeigt die Reise ab seiner Ankunft am Flughafen von Kingston bis zur Ankunft in der Residenz des Premierministers in King's House, inklusive seines parlamentarischen Diskurses und der Zusprechung eines Doktorats in Recht, bevor Selassie seine Reise in Montego Bay über Spanish Town beendete.

Danach begann die Debatte, mit Katz als Moderator. Vorher spielte Burnett "Bad Boy At School" an, unterbrochen von Pausen zur Begrüssung per Mikrofon. Auf die Frage über die Zeit der Rastas, antwortete Pipe mit Garveys Terminplan zur Rückführung und betonte, dass die Rastas "Leute waren, die sich nicht herrichteten, aber Botschaften von Frieden, Liebe und Harmonie übertrugen. Wir handeln mit guten Vibrationen,", erklärte er, "ein echter Rasta tut nichts Böses".

Das führte dazu, dass Myton erklärte, dass "die Musik etwas Besonderes ist, ein spiritueller Teil unserer Kultur", zu dem sich Johnson hinzuzufügen erlaubte, dass "Rastafari sein nicht einfach nur ein Spass ist. Rasta ist eine Lebensform, keine Frisiersalon." Da unterbricht ihn Kenroy: "Die Rasta-Philosophie kommt von Herzen... für mich ist das etwas sehr Ernstes... und das Gefühl Rasta kann man heutzutage überall auf der Welt vorfinden."

Daraufhin erinnert sich McDonald von The Wailing Souls an seine Kindheitserfahrungen in Trenchtown. "Das bedeutete, keine Arbeit finden zu können, so dass meine Brüder und ich dazu gezwungen waren, kreativer zu werden. So hat uns die Musik von vielen Dingen ferngehalten... es war die einzige Fluchtmöglichkeit." Danach haben sie eine lange Liste von Personen aus Trenchtown genannt (darunter The Wailers, Joe Higgs und The Gaylads), wo sie sich "mit Chalice vollsaugten", um sich "mit dem Schöpfer zu vereinen".

Nachdem sie miteinander die "unangenehmen" Texte moderner Musik kritisierten, beschrieben die Gäste die komplizierte Geschichte der beiden Gruppen (einschliesslich des späten und konsequenten Auftauchens von Burnett bei The Congos, aufgrund von Höflichkeit gegenüber des Einflusses von Lee Scratch Perry).

Als Wegweiser führten Matthews und Ffyffe das Publikum durch eine fröhliche Tour der Evolution der Reggaemusik - angefangen bei Mento, Calypso, Ska usw. – während sie weiterhin hervorhoben, dass "Rasta die ganze Zeit dabei war". Damit wir dies nicht vergessen, erinnerte uns Letzterer daran, dass Bob (Marley) derjenige war, welcher Reggae in die ganze Welt gebracht hat". Myton beschrieb daraufhin seine Ansicht, dass "die Musik eine Bestätigung der Rastakultur ist... sie ist deren Hit".

Nachdem Katz den jamaikanischen Dialekt für's Publikum übersetzt hat, sprach er weiterhin über das legendäre Album "Heart of the Congos".

Alle haben an Lee Perry erinnert, z.B. Johnson: "Seine grossartige Arbeit ist nur zu Beglückwünschen". Dies regte dazu an, das Event noch anzureichern mit einer willkommenen Interpretation des Songs "Fisherman" von The Congos. Unter Richtigstellung von Tosi erinnerte sich Johnson daraufhin daran, dass "wir mit Ossie geboren wurden...

die Reggaemusik kommt von ganz tief drinnen (und vom Herzschlag); bevor Matthews dem Publikum klarmachte, dass "die Trommeln etwas Ernstzunehmendes" sind, von den flüchtenden Sklaven bis hin zu den

verstorbenen: "Du kannst die Trommeln noch immer hören, sie sind Kumina" (eine kulturelle und religiöse Manifestation der Eingeborenen von Jamaika).

In Bezug auf den vorher gezeigten Film wurden die Gäste über ihre Erinnerungen des Besuchs im Jahre 1966 befragt. Ffyffe rief dazu in Erinnerung, dass dies "das erste Mal war, dass das wirkliche Leben in Jamaika eintraf", während Matthews beeindruckt war über die Tatsache, dass sogar der Löwe von Selassie mitgereist war. Für Burnett war das das erste Mal, dass er das heilige Kraut probierte. "Ich war genau dort (am Flughafen für die Ankunft von Selassie), tausende und abertausende von Personen... niemand wurde verletzt... es hat in Strömen geregnet... und bei der Ankunft des Flugzeugs donnerte es...

und die Rastas durften rauchen, wo und wann auch immer sie wollten während des Besuchs 'Seiner Imperialen Majestät'".

Vor Abschluss zeigte die Reggae University den Film "Awake Zion"

(60min, USA 2012) von Mónica Haim, welcher dieses Jahr rauskommen wird. Der Film - der auch The Congos zeigt - untersucht die Verbindung zwischen Rastafarianismus und Judentum. Für Haim, amerikanische Jüdin, war ihr Spielfilm ihre Thesis des Aufbaustudiums. Zur Zeit wohnt sie in Israel, wo, wie sie uns berichtet, derzeit eine wichtige Reggae- und Rasta-Szene besteht, wie man im Film sehen kann.

Heute wurde die Reggae University mit der Schirmherrschaft der Meister beschenkt. Dafür unser vollster Respekt und unsere Dankbarkeit!

Gerry McMahon | Übersetzt von "Betty" Bettina Becker

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